Röster des Monats: Bonafede

1998 übernahm Rosario Bonafede ein Eiscafe in Frankenthal. Jung und noch voller Enthusiasmus ließ er sich auf das Abenteuer Eis und Kaffee als Jungunternehmer ein. Als Pionier in Sachen Espresso, perfektem Milchschaum und Latte Art standen die Qualität und die Kundenzufriedenheit für Rosario Bonafede immer an oberster Stelle. 2011 eröffnete die Bonafede Privatrösterei in Hockenheim, in der Gäste erleben können, wie Kaffee geröstet und zubereitet wird.

 

 

 

Rosario Bonafede beim Rösten

Das Interview mit Rosario Bonafede:

 

  • Bevorzugen Sie eine Filter- oder Espressomaschine?

„Bevorzugen ist schwierig, morgens als erstes brühe ich mir einen Kaffee per Handfilter auf. Später dann nur noch über Siebträger. Wenn ich mich entscheiden muss, dann Siebträger, da Espresso meine Lieblingszubereitung ist. Für Privatkunden, die noch gar nichts mit dem Thema zu tun hatten und sich an das Thema rantasten möchten empfehle ich immer folgende Vorgehensweise: 1. Bohne 2. Mühle 3. Maschine .Das wichtigste sind gute Bohnen von guten Spezialitätenröstern, danach würde ich in eine Mühle investieren. Frisch gemahlen ist wichtig für den Genuss.  So hat man schon mit einem Handfilter und einer Mühle schönen Kaffeegenuss. Eine teure Maschine mit schlechten Bohnen zu befüllen ist die falsche herangehensweise aber leider sowohl in der Gastronomie als auch im Privatbereich noch zu häufig anzutreffen.“

 

  • Wie viele Kaffees pro Tag trinken Sie?

„1 Filterkaffee Morgens, 2 Cappuccini eher Vormittags, 3 Espressi eher Nachmittags.“

 

  • Welcher ist Ihr Lieblingskaffee bzw. Welche Bohnenherkunft bevorzugen Sie?

„Das hat sich natürlich im Laufe der letzten 13 Jahre als Röster öfter geändert. Im Schnitt in dieser Zeit wohl der Yirgacheffe aus Äthiopien und aktuell der Sao Silvestre aus Brasilien, weil ich dort auch zu Besuch war. Den Farmer von Ismael Andrade kenne und schätze ich schon sehr lange. Deshalb hat der Kaffee auch etwas persönliches für mich.  Generell mag ich Äthiopische Kaffees aufgrund Ihrer Aromen-Vielfalt von Region zu Region, und Brasilianische Kaffees für den klassischen Genuss.“

 

  • Welche Menge an Kaffee rösten Sie pro Jahr?

„Rund 22 Tonnen.“

 

  • Was ist Ihre Motivation bzw. Ihr Antrieb?

„Es macht mir Freude zu sehen wie sich die Spezialitätenszene entwickelt und die Rohkaffees immer besser und differenzierter angeboten werden. Dennoch gibt es noch sehr viel zu tun. die Diskrepanz zwischen der Spezialitätenszene , die ja immer tiefer in die Materie geht und immer besser in der Qualität wird und der großen Realität der meisten Konsumenten ist ja immernoch enorm. Auch wenn sich da schon sehr viel getan hat. Wir möchten in unserer Region dazu beitragen, dass immer mehr Menschen auf handwerkliche Röstereien umsteigen.

Meine Motivation dabei ist diesen Menschen genussvolle Momente zu schenken , diese geben uns auch sehr oft positives Feedback welches wir nicht als Selbstverständlich sehen, sondern wir freuen uns darüber und es treibt uns ans ständig besser zu werden und nicht stehen zu bleiben. In den Gesprächen mit den Kunden versuchen wir Sie uns dabei zu unterstützen unsere Farm to Cup Kaffees zu kaufen ,bei denen wir direkt Kontakt zum Farmer haben und weit über Börsenpreis bezahlen, wie zum Beispiel unseren Kamerun.“

 

  • Erzählen Sie uns Geschichten von Kaffeereisen.

„Ich war dieses Jahr mit meinem Mitarbeiter und 10 weiteren Kollegen auf einer Kaffeereise in Brasilien und es war nachhaltig beeindruckend. Zum einen kann man sich glücklich schätzen in einer Branche zu arbeiten, in der man aus Kollegen Freunde machen kann und die Röster aus ganz Deutschland sich nicht als Konkurenten sehen sondern als Kollegen.

Auf den Farmen war ich sehr beeindruckt mit wieviel Leidenschaft und Arbeit die Farmer täglich sich einbringen um uns diesen Genuss zu ermöglichen. Es ist viel mehr Arbeit als man sich vorstellen kann bevor man eine Plantage besucht hat. Die Brasilianer waren sehr Gastfreundlich und es war eine sehr schöne Zeit. Wir haben sehr viele kleine Familienfarmen besucht und konnten uns davon überzeugen, daß Brasilien nicht nur Masse kann, sondern auch hervorragende Klasse.“

 

 

  • Was sind Ihre nächsten Ziele?

„Wir möchten nach und nach immer mehr Kaffees aus direktem Handel anbieten, um den Farmern die Lebensbedingungen zu erleichtern, unsere Räumlichkeiten erschweren uns dies ein wenig , da der Platz mittlerweile sehr wenig geworden ist. Daher wäre eine Erweiterung denkbar und eine größere Röstmaschine. Vor Ort möchten wir außerdem weiterhin unsere Qualität verbessern und Kunden glücklich machen“

 

Wir freuen uns über dein Feedback!

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