Röster des Monats: Die Erste Tegernseer Kaffeerösterei

Wir freuen uns, euch unseren aktuellen Röster des 

Monats ist die Erste Tegernseer Kaffeerösterei vorzustellen. Der leidenschaftliche Röster Mario Felix Liebold ist zusätzlich auch Juror bei verschiedenen Barista-Wettbewerben. In einem Interview erzählt er uns von der Einzigartigkeit und der Philosophie der ersten Tegernseer Kaffeerösterei:

Erste Tegernseer Kaffeerösterei

Im Interview mit Mario Felix Liebold

 

  • Was hat einst Ihre Liebe zum Kaffee bzw. dem Kaffeerösten geweckt?

“Ich bin als Kind schon viel durch die Welt gekommen, habe einige Zeit am Persischen Golf gelebt, später als Export-Kaufmann 200 Tage im Jahr nur im Ausland, vor allem in Brasilien verbracht. Und immer wieder Kaffee getrunken und mich gewundert, wie unterschiedlich die jeweiligen Länder und Kulturen dieses Getränk doch zubereiten. Aus Hobby wurde Leidenschaft und dann ein Beruf. Damals habe ich ganz furchtbaren Kaffee in Brasilien trinken müssen. Heute weiß ich, dass die mittelmäßig bis schlechte Ware im Land bleibt und die extrem guten Kaffees exportiert werden. Brasilien „Sitio do Boné“ war ein „Cup of Excellence“ Kaffee, den wir kürzlich kaufen und rösten durften.”

 

  • Können Sie sich noch an Ihre ersten Röst-Erlebnisse erinnern? Erzählen Sie uns davon?

„Die ersten Röstungen habe ich auf einem Probat LG3 Baujahr 1920 gemacht. Der lief noch mit Lederriemen. Ohne Cropster, ohne Temperaturfühler. Es war abenteuerlich. Heute würde ich sagen: die Ergebnisse waren nicht trinkbar.”

 

  • Wie wählen Sie neue Bohnen (und/oder neue Anbaugebiete) für Ihre Röstungen aus?

„Ich habe das große Glück und die Ehre seit vielen Jahren Juror beim „Cup of Excellence“ sein zu dürfen. Nach einer Woche mit den besten Kaffees der jeweiligen Länder werden aus Nummern auf dem Tisch Gesichter. Für mich und mein Unternehmen ein absoluter Glücksfall. Heute sind viele dieser Farmer nicht nur Geschäftspartner, sondern Freunde.”

 

  • Was bedeutet biologischer und nachhaltiger Kaffee für Sie? Welche Bio- oder Fair-Trade Sorten empfehlen Sie unseren KundInnen?

“Wir waren eine der allerersten Kaffeeröstereien, die ihre Kaufverträge und Röstprofile veröffentlicht hat. Und dieses Jahr waren wir ganz vorne dabei.”

 

  • Welche Tipps können Sie für spannende Kaffeereisen geben? Welche Farm/Finca oder welches Land eignet sich besonders gut, um dort eine Kaffee-Führung zu machen?

“Ich bin sehr viel im Ursprung unterwegs. Ich liebe El Salvador. Ich liebe Honduras. Und ich bin verliebt in Nicaragua und seine Menschen. Aber auch Afrika ist immer eine Reise wert. Aktuell ist Tansania und der „Lunji“-Estate mit Paul Maier mein Favorit. Menschlich und was den Kaffee betrifft. Und viele, viele Länder, Farmen und Menschen mehr.”

Gewonnen hat die Finca “Santa Rosa”. Jorge Raul Rivera Sen. verstarb im Vorjahr, als die Blüte des Siegerkaffees am Strauch hing, aus der dann die Kirschen des besten Kaffees El Salvadors gewachsen sind. Er hat dies leider nicht mehr erlebt. Sein Sohn, Jorge Raul Rivera Jun. hat die Auszeichnung in seinem Namen übernommen. Bei keinem Juror blieben die Augen trocken. Was für eine berührende Geschichte. Getoppt wurde das Ganze nur durch Folgendes: 2015 gab es in El Salvador keinen CoE. Der Verband hat sich umstrukturiert. 2016 – also eigentlich im darauffolgenden Jahr hat die Finca “Santa Rosa” wieder den 1. Platz gewonnen. So etwas gab es in der Geschichte des CoE noch nie zuvor auf der Welt. Raul ist mittlerweile ein sehr guter Freund von uns und kommt uns 2018 am Tegernsee besuchen. “

 

  • Was machen Sie mit den Bohnen, wenn Sie mal keine Lust auf einen „klassischen Kaffee“ haben?

“GIN! Wir haben mit einer Mikro-Destillerie einen Gin mit einem black honey Bourbon von der Finca „Nombre de Dios“ in El Salvador gemacht. Jede Flasche nummeriert. Wir hatten einen unfassbaren Erfolg damit. Der Gin steht in den besten Bars unseres Landes und über die Grenzen hinaus. Und aktuell launchen wir die neue Auflage: diesmal mit einem Kaffee aus Kenia von der „Kiungu“ Washing Station. Der Unterschied der beiden Gins ist lediglich der Kaffee. Alles andere ist 1:1 gleich. Der geschmackliche Unterschied ist unfassbar. LECKER!”

 

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