Röster des Monats: Kanzi Kaffee

555 Kilometer von Triest entfernt rösten Doris und Oliver Kanzi Wiener Kaffee nach Triestiner Art. Ihr Motto: „Guter Kaffee als Selbstverständlichkeit – auch im Büro“. Die Namen der von Hand gerösteten Kaffees erinnern an italienische Straßenrouten (Amalfitana, Triestina, Aurelia, Riviera) und eigenen sich bestens für Siebträger oder Mokkakanne.

 

Kanzi Kaffee

Das Interview mit Oliver Kanzi:

 

  • Was hat einst Ihre Liebe zum Kaffee bzw. dem Kaffeerösten geweckt?

„Da meine Familie ursprünglich aus dem Piemont kommt, war mir guter Kaffee immer wichtig, so wie guter Wein und gutes Essen. Nach vielen Jahren, die mich beruflich rund um die Welt geführt haben und wo ich meistens unter schlechtem Kaffee leiden musste, kamen meine Frau und ich zurück nach Österreich und machten unsere Leidenschaft Kaffee zu unserem Beruf“

 

  • Können Sie sich noch an Ihre ersten Röst-Erlebnisse erinnern? Erzählen Sie uns davon?

„Meine Frau und ich haben uns in Berlin zu Röstmeistern ausbilden lassen, daher sind uns ein paar der gröbsten Fehler erspart geblieben. Aber dennoch haben wir wohl einiges an Kaffee entsorgen müssen, bevor wir sicher genug waren ihn anderen Menschen auch anzubieten. Seit unserer Gründung Ende 2016 haben wir so ca. 50 Tonnen Kaffee verarbeitet, langsam denke ich haben wir es wohl drauf “

 

  • Welcher ist Ihr Lieblingskaffee bzw. Welche Bohnenherkunft bevorzugen Sie?

„Das hat sich natürlich im Laufe der letzten 13 Jahre als Röster öfter geändert. Im Schnitt in dieser Zeit wohl der Yirgacheffe aus Äthiopien und aktuell der Sao Silvestre aus Brasilien, weil ich dort auch zu Besuch war. Den Farmer von Ismael Andrade kenne und schätze ich schon sehr lange. Deshalb hat der Kaffee auch etwas persönliches für mich.  Generell mag ich Äthiopische Kaffees aufgrund Ihrer Aromen-Vielfalt von Region zu Region, und Brasilianische Kaffees für den klassischen Genuss.“

 

  • Wie wählen Sie neue Bohnen (und/oder neue Anbaugebiete) für Ihre Röstungen aus?

„Ein neuer Kaffee beginnt bei uns mit einer Idee und dann einem Blatt Papier. Wenn wir einen neuen Kaffee rausbringen wollen haben wir vom gewünschten Geschmacksprofil meistens schon ganz klare Vorstellungen. Und dann kosten, kosten, kosten. Wir verkosten im Monat sicher an die 20-30 verschiedene Kaffees – die wenigsten schaffen es in unser Portfolio. Uns ist es nicht so wichtig viele verschiedene Kaffees zu haben, wir wollen die richtigen Kaffees haben die unsere Kunden – Freunde klassisch italienischen Espressos – glücklich machen.“

 

  • Was bedeutet biologischer und nachhaltiger Kaffee für Sie? Welche Bio- oder Fair-Trade Sorten empfehlen Sie unseren KundInnen?

„Wir halten überhaupt nichts von diversen Zertifikaten. In den Herkunftsländern gibt es ein hohes Maß an Korruption, Zertifizierungen können sich die kleinen Kooperativen und Farmen oft nicht leisten und das Fairtrade Siegel hat keine Qualitätskomponente – wer das braucht kann auch zum Diskonter ums Eck gehen, da bekommt man alle Gütesiegel und darf sich gleich als besserer Mensch fühlen.

Uns ist wichtig zu wissen wo der Kaffee herkommt, wer ihn unter welchen Bedingungen – ökologisch und sozial – anbaut. Wir zahlen ein vielfaches des Weltmarktpreises für Top Qualitäten. Wenn ich beim Bauer in den Stall schaue und sehe wie die Tiere gehalten werden brauche ich kein Biozertifikat. Kaffee, so wie alle anderen Lebensmittel auch, sollte man vom handwerklichen Hersteller des Vertrauens kaufen, der einem auch sagen kann wo es herkommt und wie es gemacht wurde.“

 

  • Welche Tipps können Sie für spannende Kaffeereisen geben? Welche Farm/Finca oder welches Land eignet sich besonders gut, um dort eine Kaffee-Führung zu machen?

„Generell muss man sagen, daß es oft sehr aufwendig und nicht immer ungefährlich ist in die Kaffeeanbau Gebiete zu kommen und die wenigsten Produzenten eine Freude damit haben, wenn auf einmal Touristen kommen, die sie von der Arbeit abhalten. Die Region Kerala in Südindien ist sehr interessant, da dort neben Kaffee auch Pfeffer und andere Gewürze angebaut werden. Hawaii (Kona) ist auch eine Traumdestination.“

 

  • Was machen Sie mit den Bohnen, wenn Sie mal keine Lust auf einen „klassischen Kaffee“ haben?

„Ich nasche sie so – frisch aus der Röstmaschine“

 

  • Wieviel Gramm Kaffee verwenden Sie für einen Espresso oder Filterkaffee?

„Ich trinke nur Espresso aus dem Doppelsieb – 20g auf zwei Espressi zu je 20g“

 

 

 

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