Röster des Monats: Lechnitz

Seit 1888 röstet die Familie Lechnitz aus St.Pölten Kaffee. Das Handwerk und die Qualität der Produkte standen seit jeher im Fokus der Manufaktur. Kleine Chargen und sortenreine Röstungen, individuell gesteuerte Röstprofile und Röstzeiten, luftgekühlt und vor allem frisch geröstet, das alles macht viel Unterschied zu Industriekaffee. Wir haben Frau Lechnitz getroffen und ihr einige Fragen zu ihrer Rösterei gestellt:

 

Lechnitz Kaffeemaschine

Das Interview mit Andrea Lechnitz:

 

  • Was hat einst Ihre Liebe zum Kaffee bzw. dem Kaffeerösten geweckt?

“Im Haus meiner Eltern und Großeltern stand ein riesiger Probat Röster. Wir Kinder haben im Lager zwischen den Kaffeesäcken verstecken gespielt. Aber vor allem der Duft und die Magie der Bewegung der gerösteten Bohnen auf dem Kühlsieb hat sich in meiner DNA eingegraben.”

 

  • Können Sie sich noch an Ihre ersten Röst-Erlebnisse erinnern? Erzählen Sie uns davon?

“Ja. es war einfach nur furchtbar. Als ich zu rösten begonnen habe gab es noch keine Trainings und Schulen, ich habe einfach probiert, da ich nach dem frühen Tod meines Vaters niemanden fragen konnte. Irgendwann habe ich mich ins Auto gesetzt und mit Ernesto Illy in Triest einen Experten befragt. Das war tatsächlich hochinteressant, allerdings hat er seine Röstprofile auch nicht preisgegeben und von industrieller Produktion war ich doch noch ein wenig entfernt. Mittlerweile ist meine Arbeit eine Mischung aus Erfahrung und Experimentierfreude.”

 

  • Wie wählen Sie neue Bohnen (und/oder neue Anbaugebiete) für Ihre Röstungen aus?

“Zur Zeit möchte ich längerfristig die Kooperativen in Peru und Honduras unterstützen, vor allem da die Qualitäten hervorragend sind und mir eine kontinuierliche Zusammenarbeit für die Entwicklung der Sozialprojekte vor Ort sehr wichtig erscheint – nachhaltig, vertrauensvoll und respektvoll.”

 

  • Was bedeutet biologischer und nachhaltiger Kaffee für Sie? Welche Bio- oder Fair-Trade Sorten empfehlen Sie unseren KundInnen?

“In der Produktion hochwertiger Kaffees sind sehr viele Arbeitsschritte nötig, jeder davon eine potentielle Fehlerquelle, daher ist mir die Zusammenarbeit mit engagierten Partnern besonders wichtig. Partner in Kooperativen, die auf der gesamten Produktionsstrecke mit höchster Sorgfalt und Liebe zum Produkt arbeiten. Vom biologischen Landbau profitiert der Boden vor Ort durch höhere Biodiversität, die Arbeitsbedingungen sind gesünder, die Bohnen entwickeln beim Rösten intensivere Aromen und der Kaffee-Genießer am Ende des Produktionsprozesses kann sich über die Qualität und Komplexität der Aromen des Kaffees freuen.”

  • Welche Tipps können Sie für spannende Kaffeereisen geben? Welche Farm/Finca oder welches Land eignet sich besonders gut, um dort eine Kaffee-Führung zu machen?

“Auf meiner Liste steht noch Ulrich Salumun, derzeit in Maschek Karenz, ihn würde ich gerne auf seiner eigenen BIO Finca im Kilambenationalpark in Nicaragua besuchen.”

 

  • Was machen Sie mit den Bohnen, wenn Sie mal keine Lust auf einen „klassischen Kaffee“ haben?

“Da geht es mir wahrscheinlich wie allen Röstern, eine Bohne, noch warm, frisch aus dem Röster, ist einfach köstlich.”

 

 

 

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