Röster des Monats: Rösttrommel

Eben erst in unser Sortiment aufgenommen – und schon Röster des Monats: Die Rösttrommel.

Sie ist spezialisiert auf saisonale Microlots und begeistert ihre Kunden durch ökologische sowie soziale Nachhaltigkeit.

Die Bohnen werden täglich frisch und per Hand geröstet, um deren einzelnen Terroirs und Varietäten herauszuarbeiten. Im Interview erzählen die Röster mehr über ihre tägliche Arbeit:

Rösttrommel

Das Interview mit Matthias Heyder:

 

  • Bevorzugen Sie eine Filter- oder Espressomaschine?

„Zu Hause weder noch. Da filtere ich von Hand. In der Rösterei haben wir ausgezeichnete Siebträger wie die La Marzocco Strada und mit dem Hipster von 3Temp eine hervorragende Filterkaffeemaschine. Beides kann – wenn Kaffee, Wasser, Rezept und Barista perfekt abgestimmt sind – fantastische Ergebnisse produzieren.“

  • Wie viele Kaffees pro Tag trinken Sie?

„Sicher sind es selten weniger wie vier bis fünf. Zum einen trinke ich einfach immernoch wahnsinnig gerne Kaffee, zum anderen verkosten wir nahezu jeden Tag unsere eigenen Kaffees oder internationale Gaströster zur Qualitätskontrolle und natürlich auch aus reinem Interesse.“

  • Welcher ist Ihr Lieblingskaffee bzw. Welche Bohnenherkunft bevorzugen Sie?

„Ich persönlich trinke wahnsinnig gerne fruchtige und süße Kaffees. Begeistert haben mich vor Jahren äthiopische Naturals, die himbeerig oder erdbeerig schmeckten. Im letzten Jahr war ich von einigen Naturals aus Bolivien und Ruanda hin und weg, die extrem klar, süß und komplex waren. Das Spannende für mich am Specialty Coffee ist, dass die Szene so dynamisch ist. Der Anbau und die Aufbereitung wird immer besser und durch Experimente der Farmer entstehen immer neue Geschmacksbilder. Nicht jeder Trend ist nachhaltig oder inhaltlich bedeutend, aber es wird definitiv nicht langweilig die nächsten Jahre!“

 

  • Welche Menge an Kaffee rösten Sie pro Jahr?

„Wir rösten jedes Jahr mehr… 2018 werden es ca. 70 Tonnen sein. Unser Ziel ist ein langsames, nachhaltiges Wachsen mit qualitätsorientierten Kunden.“

 

  • Was ist Ihre Motivation bzw. Ihr Antrieb?

„Wir möchten unseren Kunden näher bringen wie spannend und gut Kaffee sein kann. Das tun wir Tag für Tag in unseren eigenen Cafés und versuchen dies auch unseren Firmenkunden durch Schulungen und Beratungen zu vermitteln. Wir sind nicht daran interessiert ein elitäres Grüppchen zu bedienen, sondern den Weg zu bereiten, dass viele Menschen Freude an gutem Kaffee haben können. “

 

  • Erzählen Sie uns Geschichten von Kaffeereisen.

„Bis heute tief beeindruckt hat mich meine Reise nach Ruanda. Vor einem Land, dass es nur wenige Jahre nach einem zutiefst verstörenden Bürgerkrieg und Völkermord schafft, wieder vereint zu sein und seine Wirtschaft nachhaltig aufbaut, auch durch einen qualitätsorientierten Kaffeeanbau, habe ich eine riesigen Respekt. Das ist außerordentlich. Zudem bedeutet es eine große Kraftanstrengung in Ruanda Kaffee anzubauen, da die extrem bergige Landschaft u.a. den Transport sehr verkompliziert. Oft waren wir Stunden unterwegs, um nur kurze Strecken zurückzulegen, weil wir nur mit Schrittgeschwindigkeit über die bergigen und gefährlichen Wege fahren konnten. Ruanda ist definitiv ein Kaffeeanbauland, dass ich jedem in der Branche empfehlen kann. Auch weil die Menschen extrem gastfreundlich und zuvorkommend sind.“

 

  • Was war Ihre spannendste Begegnung in der Welt des Kaffees?

„Für unsere Rösterei ist dies der Kontakt mit dem kolumbianischen Farmer Juan Saldarriaga. Wir arbeiten seit etwa sechs Jahren sehr eng mit ihm und beziehen alle unsere kolumbianischen Kaffees ausschliesslich von ihm. Durch den engen Kontakt und die gegenseitigen Besuche lernen wir stetig dazu und das gegenseitige Verständnis wächst. Wir bekommen immer in verschiedenen Stadien der Ernte Proben geschickt und können so schon frühzeitig abstimmen, welche Teilernten für uns passen könnten. Da wir auch Proben von einzelnen Terroirs und von einzelnen Varietäten bekommen, haben wir die Möglichkeit Jahr für Jahr unseren Bedarf zielgenauer zu kommunizieren. Dieser Prozess ist wahnsinnig spannend und lehrreich für uns.“

 

  • Was sind Ihre nächsten Ziele?

„Wir planen gerade die Erweiterung unserer Produktion und unser Kaffeeschule. Da wir stetig wachsen, wächst auch der Bedarf an Platz. In unserer neue Rösterei werden wir mehr Raum für Schulungen, Verkostungen und Training haben, um unser Barista-Team und unsere Kunden bestmöglich schulen zu können. Außerdem werden wir mit einem weiteren Röster flexibler und können die Produktion erhöhen. Darüber hinaus wird das Qualitätsmanagement in einem eigenen, dafür vorgesehenen Coffee Lab einfacher.“

 

 

 

Wir freuen uns über dein Feedback!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.